Definitionen
Spam ist der unverlangte, massenhafte Versand von Nachrichten. Diesen Missbrauch
bezeichnet man als Spamming und die Täter als Spammer. Die Bezeichnung "Spam" bezog sich
ursprünglich auf das Überfluten von Newsgroups im Usenet mit Werbebotschaften und wurde
später auf E-Mails übertragen.
E-Mail-Spam wird auch als UBE (unsolicited bulk e-mail) bezeichnet. Je nach Motiv und
Ursache unterscheidet man
- Unsolicited Commercial E-Mail, UCE, also Werbung. Meist handelt es sich dabei um dubiose Angebote bzgl. Sex oder Geldanlagen. Der Begriff der unerwünschten Werbung hat die Rechtsprechung mittlerweile definiert. Dabei ist Werbung immer dann unerwünscht, wenn sie außerhalb einer bestehenden Geschäftsbeziehung versandt wird und keine Zustimmung des Empfängers vorlag oder zu mutmaßen war.
- Würmer und Viren. Der Täter hat verschuldet, dass sich diese von seinem Rechner aus weiterverbreiten. Er hat nicht die allgemein bekannten Schutzmaßnahmen ergriffen, damit Datei-Anhänge in den E-Mails, die er empfängt, nicht vollautomatisch ausgeführt werden, oder er hat absichtlich auf so ein Attachment geklickt, ohne mit dem vermeintlichen Absender etwas derartiges vereinbart zu haben.
- Belästigungs-Mails ohne nähere Information an diejenigen, deren E-Mail-Adresse als Absender von Wurm- oder Virus-E-Mails gefälscht war. Der Täter hat eine defekte Virenschutz-Software in Betrieb gesetzt, die vollautomatisch diesen Vandalismus begeht, ohne sich Gedanken zu machen, dass Würmer und Viren immer gefälschte Absender tragen und dass die Opfer mit solchen Mitteilungen nichts anfangen können, wenn eine Kopie der zurückgewiesenen E-Mail mit allen Headern fehlt, die eine Recherche der Herkunft erlauben würde.
- Newsletter und Mailinglisten, bei denen man von unbekannten Dritten als Abonnent eingetragen wurde und denen der nötige Schutzmechanismus fehlt, um solche gefälschten Bestellungen zu erkennen.
- Joe Jobs: UBEs, die so aussehen, als kämen sie von einer anderen Person als dem Täter. Zum Beispiel hat der Täter den Namen und/oder die E-Mail-Adresse einer bestimmten Drittperson im E-Mail angegeben. Verfolgungsmaßnahmen gegen den vermeintlichen Täter treffen und schaden der Drittperson, was das eigentliche Ziel des Joe Jobs ist.
- HOAXes: Sensationelle, aber falsche Gerüchte, die unbedarft an möglichst viele Freunde und Bekannte weitergeleitet werden, weil sie so aufregend sind.
Durch den massenhaften Versand von Spam entstehen beträchtliche Kosten; für 2004 wurden
Zahlen von 25 Milliarden Euro ermittelt. Andererseits aber droht Spam das System E-Mail
als Kommunikationsmittel zu zerstören. Zudem haben Spam-Mails durch Überlastung
mittlerweile ganze Mailserver lahmgelegt. Kosten entstehen dabei durch verlorene
Arbeitszeit, die durch das Aussortieren und Lesen von Spam entfällt. Die Beschaffung von
Filtersoftware und -hardware verursacht Anschaffungs- und Wartungskosten.
Da Spamfilter in aller Regel nicht zuverlässig arbeiten, entstehen zudem Schäden in häufig
nicht zu bezifferender Höhe durch fälschlich blockierte Nachrichten, sowohl beim Absender,
der die Nachricht erneut versenden muss als auch beim Empfänger, der die Nachricht nicht
erhält.
Auch ohne Filter können Schäden durch Nicht-Erhalten von Nachrichten entstehen - typischer
Weise haben Mailboxen ein Größenlimit. Sobald dieses erreicht wurde, werden keine
weiteren Nachrichten angenommen. Damit wird der Empfang von E-Mails blockiert. Unternehmen
und Internet-Provider bezahlen ihre Leitungen typischer Weise nicht nach Zeit, sondern
nach übertragener Datenmenge oder mittlerem Datendurchsatz. Damit verursacht jedes Byte
Spam, das über die Leitung wandert, Kosten.
Spam kann durch seine Massen Mailserver zum Erliegen bringen. 2004 wurden unter anderem
die Server der TU Braunschweig, der FU Berlin und der Bundesregierung (siehe Literatur)
per Spam-Mail attackiert. Damit entstehen ganz massive wirtschaftliche und technische
Schäden und Gefahren. Insbesondere ist durch den Einsatz neuer Hard- und Software ein
erheblicher Aufwand erforderlich, diese Gefahren zu minimieren.
Spam stört das Kommunikationsmittel E-Mail. Da heutzutage kaum mehr ungestörter
E-Mail-Empfang möglich ist, wird angenommen, dass immer mehr Nutzer die Kommunikation per
E-Mail meiden und wieder zu Telefon und Telefax ausweichen: Die Kommunikation ist dabei
weniger störanfällig. Insbesondere besteht kein Risiko, unter den Bergen von Müll
übersehen zu werden. Damit wird ein eigentlich sehr komfortables Kommunikationsmittel
massiv gestört.